Willkommen beim NABU - Regionalverband Schwedt

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.


Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.


Erfahren Sie mehr über uns!

Schwerpunkte 2023

Alle bisherigen Artenschutzprojekte werden auch 2023 weitergeführt. Besondere Schwerpunkte werden weiterhin das Schutzprogramm für den Wiedehopf, den Vogel des Jahres 2022, sowie der Insektenschutz in der Stadt sein.

Theater sammelt Handys für Hummel, Biene und Co

In den Uckermärkischen Bühnen Schwedt engagiert sich eine 2021 gegründete „Klima AG“ für nachhaltige Entwicklung und Ressourcenschutz. Unter Anderem sammelt das Theater seit dem 29. November 2022 gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Alt-Handys.  Ebenso werden Tabletcomputer, Headsets und Netzteile in der sogenannten Hummel-Box entgegengenommen. Alles wird wiederaufbereitet bzw. recycelt. Der NABU schickt die Box an eine Recycling-Firma der Telefonica und erhält im Gegenzug eine jährliche Spende, abhängig vom Erlös aus Recycling und Wiederverwendung. Die Spende finanziert den NABU-Insektenschutzfonds, aus dem Lebensräume für Insekten gesichert werden. So fließt auch Geld langfristig nach Schwedt zurück, unter anderem in die vor den Uckermärkischen Bühnen initiierten Bienen- und Schmetterlingswiesen.

 

Die TheaterbesucherInnen sind eingeladen, ihre Alt-Handys mitzubringen und die bunte Sammel-Box im Kassenbereich einzuwerfen.

von links: Sylvia Rath(NABU), Andre' Nicke(Intendant der UBS), Dr. Rotraut Gille(NABU), Johanna Müller(Klima AG)

Foto: Udo Krause

KlimaAG der Uckermärkischen Bühnen engagiert sich für Insektenschutz

Am 28.September trafen sich Mitglieder des NABU Schwedt und junge Theaterleute der Klima-AG der Uckermärkischen Bühnen, um die Grünflächen des Theatervorplatzes zu Wildblumenwiesen umzugestalten. Mit Eifer dabei waren Kinder aus der Kita „Regenbogen“, die sich auch für die unterschiedliche Länge der Regenwürmer interessierten. Ein NABU- Mitglied hatte bereits 100 Wildpflanzen in Töpfen herangezogen, z.B. Wiesensalbei, Frühlingsfingerkraut, verschiedene Glockenblumen-Arten, Flockenblumen und Graue Skabiose. Außerdem wurden heimische Wildblumen gesät.

Seit Juni stehen 2022 Schilder auf den Flächen, die auf das gemeinsame Projekt hinweisen

Kita-Kinder beim Pflanzen Foto: H. Gille
Kita-Kinder beim Pflanzen Foto: H. Gille
Aussaat von Wildblumen. Foto: H. Gille
Aussaat von Wildblumen. Foto: H. Gille
Foto: R. Gille
Foto: R. Gille

Aufruf in der Märkischen Oderzeitung

Der Punk unter den Vögeln

Schwedt. Er ist wirklich außergewöhnlich anzuschauen und wird von den Experten gern als liebenswürdiger Punk unter den Vögeln bezeichnet: der Wiedehopf. 2022 wird der gefährdeten Art besondere Aufmerksamkeit zuteil, denn der Wiedehopf ist Vogel des Jahres.

Allzu rosig ist es nicht bestellt um die Bestände: Nahrung und Lebensräume sind rar, sodass Experten davon ausgehen, dass es nur noch 800 bis 950 Brutpaare in Deutschland gibt. Im Frühjahr kommen sie aus ihrem Winterquartier im tropischen Afrika zurück – zur Freude der Naturschützer in der Region auch in unserer Region. Aber wie viele Tiere es im Altkreis Angermünde gibt, das weiß kaum jemand. Deshalb rief der NABU-Regionalverband Schwedt dazu auf, Beobachtungen der Vögel, die Wanderer oder Spaziergänger gemacht haben, an den Regionalverband zu melden (E-Mail: regionalverband@ nabu-schwedt.de, Tel. 03332 523391). Erstmals könnte es so gelingen, die Bestände zu erfassen und weitere Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Wir waren überrascht über die rege Teilnahme der BürgerInnen und 196 Meldungen. Dafür sowie für schöne Fotos möchten wir uns herzlich bedanken. 2022 haben wir 14 spezielle Nistkästen in besonders geeigneten Gebieten installiert. 

Insgesamt gelangen im Bereich Schwedt/Angermünde an mindestens 13 Örtlichkeiten Brutnachweise. In einem unserer 15 Kästen wurden 5 Wiedehopfe flügge.

Im Jahr 2023 wollen wir diese Aktion weiterführen. 

Bilder unserer Kastenaktion:

Zu unserer großen Überraschung entdeckten wir in einem der installierten Kästen ein brütendes Weibchen. 6 Jungvögel schlüpften, von denen 5 flügge wurden.

Einer der Jungvögel bei der ersten Kontrolle. Foto: H. Gille
Einer der Jungvögel bei der ersten Kontrolle. Foto: H. Gille

Beobachtungen aus dem Jahr 2022:

Unser Schwalbenturm endlich angenommen

Nachdem wir 2018 einen Schwalbenturm in der Stadt errichtet hatten, mussten wir uns noch 3 Jahre gedulden, ehe er von den Vögeln entdeckt und angenommen wurde. Auch angelegte Lehmpfützen und der Einsatz von Klangattrappen brachten zunächst keinen Erfolg. Im Jahr 2021 fanden sich endlich 16 Brutpaare ein. In diesem Jahr ( 2022) waren es schon 40.  Einen Eindruck von dem derzeitigen Leben am Turm vermittelt das Video von Peter Gille:

Winterzeit- - Zeit zur Pflege unserer Trockenrasen

Alljährlich ab Oktober pflegen wir die Trockenrasen im Nationalpark Unteres Odertal. Dabei wird der Strauchaufwuchs mit Astscheren, Motorsägen und Motorsensen entfernt und die Fläche anschließend abgeräumt. Manchmal sind sogar Bäume zu fällen. Lange Tradition ist auch, dass unsere NABU- Gruppe dies gemeinsam mit der NAJU Brandenburg macht.

Unser Pflegeeinsatz im Dezember 2022. Foto: H. Gille
Unser Pflegeeinsatz im Dezember 2022. Foto: H. Gille

Die Stadt Schwedt ist Mitglied im Bündnis

"Kommunen für biologische Vielfalt"

Die Stadt Schwedt ist seit Juni 2015 Mitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“. Träger dieses Bündnisses ist die Deutsche Umwelthilfe.

Der NABU-Regionalverband Schwedt hatte bereits im Jahr 2014 die Initiative ergriffen und die Stadt Schwedt den Beitritt zu dem Bündnis angeregt. Zugleich verpflichteten wir uns, die Stadt bei der Auswahl und Durchführung von Projekten zu unterstützen.

Im Jahr 2007 hat die Bundesregierung eine nationale Strategie zur biologischen Vielfalt und damit ein umfassendes Konzept zum Schutz von Arten und Lebensräumen beschlossen. Den Kommunen kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu. Sie sind die politische Ebene, welche den Bürgerinnen und Bürgern am nächsten steht und dadurch das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der biologischen Vielfalt am besten stärken kann.

Inzwischen haben mehr als 230 Kommunen diese Deklaration unterzeichnet und sich verpflichtet, den Erhalt der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung zukünftig verstärkt zu berücksichtigen.

 

Schwerpunkte im Rahmen dieses Bündnisses werden sein:

  • Pflege und Gestaltung der Grünflächen der Stadt unter besonderer Berücksichtigung     von Wildbienen, Faltern und Vögeln
  • Artenschutz an Gebäuden
  • Öffentlichkeitsarbeit, auch im Sinne der Umweltbildung
  • Baumschutz, z.B. Einbeziehen des NABU bei geplanten Fällungen von alten Bäumen     (Höhlen)
  • Laichgewässer renaturieren und schützen.

 

Erste gemeinsame Projekte

 

Wir haben uns als erstes für ein Wildbienenprojekt entschieden und dafür 2 große Flächen in der Stadt ausgewählt. Hier sollen Wildbienen vom Frühjahr bis zum Herbst Nahrung  durch einmalige Mahd im Herbst und Nistmöglichkeiten finden.

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Ein zweites war die Reaktivierung von 2 Laichgewässern in einem Stadtpark.

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Winterzeit-

Zeit der Kontrollen der Fledermauswinterquartiere

Alljährlich im Januar zählen wir gemeinsam mit den anderen Fledermaus- Aktiven im Land Brandenburg die Fledermäuse in den uns bekannten Winterquartieren. Daraus lassen sich langfristige Tendenzen der Entwicklung der Populationen gewinnen und gegebenenfalls notwendige Maßnahmen ableiten.

Braunes Langohr im Winterschlaf (Foto: H. Gille)
Braunes Langohr im Winterschlaf (Foto: H. Gille)

Meist finden wir Braune Langohren versteckt in Ritzen und Spalten. 2015 entdeckten wir diesesTier frei hängend an der Decke eines Erdkellers.. Typisch für diese Art ist, wie hier zu sehen, dass sie im Winterschlaf ihre auffallend langen Ohren sowie den Bauch mit den Flughäuten verhüllen. Von den Ohren sieht man jeweils nur den Ohrdeckel, den sogenannten Tragus.

Erste Frühlingsboten an der Oder

Ab Mitte April blühte an nur noch wenigen Standorten die Wiesenkuhschelle, Pulsatilla pratensis subsp. nigricans. Auch bei uns ist sie sehr selten geworden
Ab Mitte April blühte an nur noch wenigen Standorten die Wiesenkuhschelle, Pulsatilla pratensis subsp. nigricans. Auch bei uns ist sie sehr selten geworden

Weithin leuchten die gelben Blütenstände der Sumpfwolfsmilch (Euphorbia palustris). Diese attraktive bis zu 1,5 m hohe Pflanze ist Begleiter der großen Flüsse Europas und Asiens. In Westeuropa ist sie aber kaum noch zu finden, im Unteren Odertal jedoch noch häufig zu sehen. Auf dem Bild erkennt man noch die verholzten Stängel des Vorjahres. (Foto: H. Gille)

 

 

 

 

 

 

Die Orchidee des Jahres 2013, das Purpurknabenkraut (Orchis purpurea) hat ihren einzigen Standort in Brandenburg im Unteren Odertal. Er ist aber auch hier durch übermäßige Verschattung stark gefährdet. Derzeitig sieht man nur noch sehr selten blühende Exemplare,

Foto: H. Gille

Hochsommer an den Talhängen der Unteren Oder und ihren Nebenflüssen

Charakteristische Biotope des Unteren Odertal sind die Trockenrasen der Hänge, die jetzt in voller Blüte stehen.

Siehe auch Trockenrasen- Pflege

Ein typischer Trockenrasen, hier im NSG "Müllerberge" mit Grasnelken (Armeria maritima subsp. elongata), Kartäusernelken (Dianthus carthusianorum) und Berghaarstrang (Peucedanum oreoselinum)
Ein typischer Trockenrasen, hier im NSG "Müllerberge" mit Grasnelken (Armeria maritima subsp. elongata), Kartäusernelken (Dianthus carthusianorum) und Berghaarstrang (Peucedanum oreoselinum)
Charaktristisch sind auch die reichen Bestände an Ästiger Graslilie ( Anthericum ramosum), hier mit Ährigem Blauweiderich (Pseudolysimachium spicatum) und Kartäusernelke
Charaktristisch sind auch die reichen Bestände an Ästiger Graslilie ( Anthericum ramosum), hier mit Ährigem Blauweiderich (Pseudolysimachium spicatum) und Kartäusernelke

Im Herbst blüht der Efeu

Tagfalter wie hier der Admiral profitieren von dem reichen Nektarangebot der Efeublüten (Foto: H. Gille)
Tagfalter wie hier der Admiral profitieren von dem reichen Nektarangebot der Efeublüten (Foto: H. Gille)

Der Efeu blüht erst, wenn die sommerliche Blütenpracht langsam zu Ende geht. Über mehrere Wochen bis spät in den Oktober bieten seine eher unscheinbaren Blüten ein reichhaltiges Angebot von Nektar und ist damit besonders wertvoll für die Insektenwelt. Tagfalter wie das Tagpfauenauge, der kleine Fuchs und der Admiral können sich vor der Winterruhe noch einmal richtig auftanken. Auch Wildbienen und Honigbienen, viele Schwebfliegen, Hummeln und Wespen sowie diverse kleine Insekten sind Nahrungsgäste.

Die Früchte reifen erst ab Februar zu schwarzen Beeren, die gerne von Amseln, Garten- und Mönchsgrasmücke, Gartenrotschwanz, Star, Kernbeißer, Mistel- und Singdrossel und Rot- kehlchen gefressen werden.

Außerdem ist er ein hervorragendes Bruthabitat für viele Vogelarten wie Sperlinge, Grünfink, Bluthänfling, Mönchsgrasmücke u.a..

Der Efeu leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.

Eine mit Efeu begrünte Fassade schützt das Mauerwerk vor Witterungseinflüssen und mindert zugleich die Wärmeabstrahlung.

Singschwäne im Unteren Odertal

Zu den Attraktionen des winterlichen Unteren Odertals gehören neben den vielen nordischen Gänsen, Enten sowie Zwerg- und Gänsesägern die Singschwäne. Vom November bis März kann man hier manchmal mehrere Tausend dieser im Nordosten Europas beheimateten imposanten und ruffreudigen Tiere beobachten.

Alljährlich Mitte Februar veranstaltet der Nationalpark „Unteres Odertal“ die „Singschwan- tage“, bei denen Besuchern Vorträge und Exkursionen zu den Äsungs- und Übernach- tungsplätzen angeboten werden. 2013 wurden zu diesem Ereignis ca. 1700 Gäste registriert.

 

Die Nächte verbringen die Singschäne auf den offenen Wasserflächen der Polder. Ihre Rufe sind bis spät in die Nacht weithin hörbar. Foto: O. Rochlitz
Die Nächte verbringen die Singschäne auf den offenen Wasserflächen der Polder. Ihre Rufe sind bis spät in die Nacht weithin hörbar. Foto: O. Rochlitz