Trockenrasen- Pflege

Zu den wertvollsten Biotopen im Unteren Odertal gehören die Flächen steppenähnlicher Vegetation, die sog. kontinentalen Trockenrasen an den steilen, sonnenexponierten Hängen beiderseits der Unteren Oder und in den Seitentälern, z. B. im Welsetal. Diese kontinentalen Trockenrasen auf Sand oder Lehm haben ihre Hauptverbreitung im südosteuropäischen – südsibirischen Steppengürtel. Unsere Vorkommen stellen nur deren westlichste Ausläufer dar. Gefährdet sind diese farbenprächtigen und tierreichen Pflanzengesellschaften durch Auflassung oder Aufforstung.

Die buntblumigen, trockenheits- und wärmeliebenden Pflanzenarten sowie ihre Gesellschaften verdanken ihre Erhaltung den extensiven Landnutzungsformen früherer Jahrhunderte. Die Trockenrasen findet man heute nur noch auf Standorten, die für den Ackerbau nicht geeignet sind. Trockenheit, Steillage und schneller Wechsel der Bodenarten erlaubten keine intensive Landnutzung. Sie wurden vorwiegend als Schaf- und Ziegenweide genutzt. Dadurch konnte das Aufwachsen von Gebüschen und Bäumen verhindert werden. Durch die heute in der Regel fehlende Beweidung sind diese Pflanzengesellschaften in ihrem Bestand stark bedroht.

 

Pflanzen der Basiphilen Trocken- und Halbtrockenrasen oder Steppenrasen (Biotoptypen Kontinentale Trockenrasen, Kontinentale Halbtrockenrasen und Submediterrane Halbtrockenrasen)

Hier eine kleine Auswahl der typischen sehr attraktiven Pflanzen:

Pflanzen der Sandtrockenrasen (Biotoptypen Silbergrasreiche Pionierfluren, Grasnelken- Fluren und Blauschillergras- Rasen)

. Auch hier eine Auswahl der dort vorkommenden Pflanzenarten:

Pflegeeinsätze auf Trockenrasen

Im NSG „Höllengrund“ und in den "Schäferbergen", beide zwischen Gartz und Mescherin, sowie im NSG "Müllerberge" führen wir seit 10 Jahren Pflegeeinsätze durch, oft gemeinsam mit der Naturschutzjugend Brandenburg. Leider konnte die notwendige anschließende Beweidung lange Zeit  nicht gesichert werden, sodass wir, wenn wir den hinteren Teil vom Gehölzaufwuchs befreit hatten, wieder im vorderen Teil beginnen mussten. 2011 gelang es endlich, mit zwei Schäfern entsprechende Vereinbarungen abzuschliessen.

Im "Höllengrund" 2015 nach Beseitigung des Schlehenaufwuchses gemeinsam mit der NAJU Brandenburg. Foto: H. Gille
Im "Höllengrund" 2015 nach Beseitigung des Schlehenaufwuchses gemeinsam mit der NAJU Brandenburg. Foto: H. Gille
In den "Schäferbergen" 2011 bei sonnigem Winterwetter
In den "Schäferbergen" 2011 bei sonnigem Winterwetter
Gemeinsamer Einsatz 2011 in den "Schäferbergen" mit der NAJU Brandenburg- Mittagspause
Gemeinsamer Einsatz 2011 in den "Schäferbergen" mit der NAJU Brandenburg- Mittagspause
Im Januar und Februar 2012 waren auch einige starke Kiefern zu entfernen, die als Samenbäume für reichlich Aufwuchs sorgten. Das war Scherstarbeit!
Im Januar und Februar 2012 waren auch einige starke Kiefern zu entfernen, die als Samenbäume für reichlich Aufwuchs sorgten. Das war Scherstarbeit!