Nistkästen für Mauersegler

Mit Beginn der Sanierungsarbeiten an den Plattenbauten und auch der ehemaligen Kasernen der Stadt Schwedt Anfang der 90er Jahre drohten auch die noch zahlreich vorhandenen Brutplätze der Mauersegler zu verschwinden. Zusammen mit den Bauträgern, der Wohnbauten GmbH und der WOBAG, suchten wir 1995 gemeinsam nach Ersatzmaßnahmen, die dann noch im gleichen Jahr unkompliziert in Angriff genommen und bis heute weiter geführt wurden.

Und hier stellen wir die einfachen und kostengünstigen Lösungen vor:

  • Einbau von speziellen Hohlziegeln in die Fassadendämmschicht. Wichtig ist, dass mehrere solcher Steine nebeneinander angeordnet werden, da Mauersegler nicht nur gesellig jagen, sondern auch gern auf Tuchfühlung brüten.
  • Eine passable Möglichkeit bieten die in vielen Wohnbauten vorhandenen Lüftungslöcher, die bis in den Dachinnenraum führen und äußerlich durch eine Lamellenkappe verschlossen sind. Wenn man nun hinter diesem Verschluss eine kleine Aussparung in der Dämmschicht herstellt und zwei Lamellen ausbricht, hat man einen idealen Brutplatz für Mauersegler geschaffen und zugleich die Dachböden für Fledermäuse zugänglich gemacht.
  • Mauersegler nisten oft auf dem Mauersims unmittelbar unter der Dachkante. Ein kleiner Spalt zwischen Dachrinne und Maueroberkante genügt den Tieren, um auf dem Gesims ihre Nester bauen zu können. Bei der Dachsanierung wird dieser äußere Spalt einfach belassen, ohne dass das Sanierungsziel irgendwie beeinträchtigt wird.

 

 

Die Fassade eines sanierten Plattenbaus: links und rechts die veränderten Lüftungsklappen und in der Mitte das Einflugloch eines eingebauten Niststeins.

 

 

 

Zwei jungvögel und im Hintergrund ein Altvogel in einem Mauerseglerkasten.

Was wir noch nicht wußten: abends kehrt ein Altvogel zum Nest zurück und  über- nachtet bei den Jungen.

Unser neuestes Projekt 2011:

Mit freundlicher Unterstützung durch das Stadtbauamt standen uns bei der Neuge-

staltung des „Haus der Bildung“ drei nicht mehr benötigte Fensteröffnungen im oberen Bereich einer Giebelseite des Gebäudes zur Verfügung, die wir für Mauersegler und Fledermäuse herrichteten. Die Tischlereifirma TIHO stellte drei professionell gefertigte Kombikästen kostenlos zur Verfügung, die optisch unauffällig in die Fassade integriert wurden.

Die Rückseite des "Haus der Bildung" mit den drei Kombikästen im Giebeldreieck.

Die eingebauten Kombikästen mit je 6 übereinander liegenden Mauerseglerkästen und in der Mitte unten der Einschlupfspalt in einen Fledermauskasten.

Über den oberen Spalt können Fledermäuse in den nicht genutzten Dachraum gelangen.

In den Jahren 2014 und 2015 war jeweils ein Brutpaar eingezogen.

2016 brüteten bereits 3 Paare und zogen insgesamt 7 Junge groß.

Blick von der geöffneten Rückwand eines der Kästen mit 3 Jungvögeln auf einem Sperlingsnest. Foto: H. Gille
Blick von der geöffneten Rückwand eines der Kästen mit 3 Jungvögeln auf einem Sperlingsnest. Foto: H. Gille