Zugbeobachtungen von Zwergschnepfen und Bekassinen

Herbstzeit ist Zugzeit für viele Vögel, von denen viele Arten nur kurzzeitig zur Rast und Nahrungsaufnahme auf ihrem Weg nach Süden in die Überwinterungsgebiete bei uns zu Gast sind.

 

Dazu gehört auch die immer seltener werdende Zwergschnepfe, die in den Mooren Nordosteuropas brütet. Sie ist etwas kleiner als die eng verwandte Bekassine, im Vergleich fällt vor allem der deutlich kürzere Schnabel auf.

 

Seit 2009 wird ein Forschungsprogramm der Beringungszentrale Hiddensee des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie Mecklenburg-Vorpommerns auch in der Uckermark vom NABU-Mitglied Stefan Lüdtke durchgeführt, um mehr über diese Art zu erfahren. Die Vögel werden nachts mit Hilfe starker Lampen am Boden aufgespürt und können so geblendet mit einem großen Kescher gefangen werden. Sie werden dann gewogen, vermessen sowie beringt und unmittelbar wieder freigelassen. Letzten Endes sollen damit Erkenntnisse über die Rastpopulation in Uckermark, über das Rastverhalten und Einflüsse von Wetter- und Klimaeinflüssen sowie über den möglichen Schutz in den Rastgebieten der Uckermark gewonnen werden.

Es ist ein Fernfund einer Bekassine gelungen, leider tot, abgeschossen durch einen Jäger. Eine am 29.10.2012 in einem Graben an der Kiesgrube Passow beringte Bekassine wurde am 08.12.2012 (nach 40 tagen) in südwestlicher Richtung in 1264 km Entfernung in der Nähe des Loire-Deltas in Frankreich wiederentdeckt.
 

Eine 2012 gefangene Zwergschnepfe. Im Zeitraum 2009 bis 2014 konnten in unserer Region 39 Zwergschnepfen, 13 Bekassinen, 2 Alpenstrandläufer und je ein Fluss-regenpfeifer und Kiebitz gefangen, beringt und vermessen werden.

Ein typisches Rasthabitat in der Uckermark. Die Zwergschnepfe rastet gern auf sumpfigen Wiesen, in Kiesgruben, in nassen Ackersenken oder abgelassenen Teichen. Bevorzugt wird ein Bodenrelief wie z.B. Furchen mit naher, nicht zu hoher Vegetation, das zugleich eine gute Deckung bietet.